Das Bundesministerium für Justiz veröffentlicht regelmäßig Zahlen in Bezug auf den Insass*innenstand in österreichischen Justizanstalten. So auch zum Stichtag 1. März 2021. Vergleicht man die aktuellen Zahlen mit jenen aus dem Vormonat, zeigen sich einige Veränderungen.

Verfügten die 28 österreichischen Justizanstalten samt deren 15 Außenstellen im Februar 2021 über eine Belagskapazität von 8.801 Plätzen, hat sich diese Zahl im März um 25 Plätze auf insgesamt 8.776 verringert.

Weniger Personen in Straf- und Untersuchungshaft

Ebenfalls verringert hat sich der Gesamt-Insass*innenstand, dieser beläuft sich Anfang März auf insgesamt 8.449 Personen, das sind um 21 Personen weniger als im Vormonat. Hierzu zählen neben Strafgefangenen, Untergebrachten im Maßnahmenvollzug und Untersuchungshäftlingen weitere 364 Personen, die zu einer Freiheitsstrafe durch eine Verwaltungsbehörde, Finanzbehörde oder ausländische Behörde (so genannte Auslieferungshaft) verurteilt wurden. 790 Personen sind nicht in Justizanstalten untergebracht, sondern in psychiatrischen Krankenhäusern, oder befinden sich im elektronisch überwachten Hausarrest.

Stand der Insass*innen in österreichischen Justizanstalten im März 2021

Zunahme an Untergebrachten im Maßnahmenvollzug

Waren am 1. Februar insgesamt 1.259 Menschen im Maßnahmenvollzug untergebracht, weisen die Zahlen des Justizministeriums für Anfang März eine Steigerung von 2,2 Prozent auf 1.287 Untergebrachte aus. Das entspricht 15,23 Prozent aller Insass*innen. In Strafhaft befinden sich aktuell 5.335 Personen; weitere 1.463 Personen werden in Untersuchungshaft angehalten. In beiden Unterbringungsarten werden gegenüber dem Vormonat weniger Personen angehalten, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

Grafik zeigt Entwicklung des Insassenstands in österreichischen Justizanstalten von Februar auf März 2021

Frauen in Haft

Der Anteil weiblicher Gefangener an der Gesamtzahl der Insass*innen liegt weiterhin bei knapp 6,5 Prozent. Aktuell befinden sich mit 550 vier Frauen weniger in Haft als im Vormonat. Zu bedenken ist allerdings, dass gerade die Inhaftierung von Frauen mit besonderen Problemlagen verbunden ist – wie etwa wohnortferne Inhaftierung oder Mutterschaft im Gefängnis, um nur einige zu skizzieren. Anlässlich des Internationalen Frauentags hat die Blickpunkte-Redaktion daher einige spannende Artikel, Reportagen und Hintergrundinformationen zum Frauen(all-)tag hinter Gittern zusammengestellt. Sie können die Beiträge zum „Frauen(all-)tag hinter Gittern“ hier nachlesen.

Ihre Mittäterschaft

Da Justizanstalten in unserer Gesellschaft nach wie vor Randerscheinungen sind, möchten wir auf spezifische Aspekte, Anforderungen und Fragen des Straf- und Maßnahmenvollzugs aufmerksam machen. Denn ein Mehr an Aufklärung kann sozialer Stigmatisierung entgegenwirken, Klischees abbauen und einen Beitrag in Richtung mehr Qualität in der Debatte leisten. Helfen Sie uns, diesem Thema mehr Beachtung in Gesellschaft, Politik und Öffentlichkeit zukommen zu lassen, indem Sie die Informationen teilen. Danke!

Das Kreisdiagramm mit dem aktuellen Stand der Insass*innen in österreichischen Justizanstalten im März 2021 können Sie hier downloaden oder teilen.

Die Grafik zur Entwicklung der Insass*innen in österreichischen Justizanstalten können Sie hier downloaden oder teilen

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