Aktuell befinden sich 550 Frauen in österreichischen Justizanstalten, das entspricht 6,51 Prozent der Menschen in Haft. Damit stellen Frauen eine Minderheit unter den in Haft Befindlichen dar. Wird bereits dem allgemeinen Strafvollzug wenig Beachtung geschenkt, trifft dies in besonderer Weise auf den Frauenstrafvollzug zu.

Nicht selten befinden sich gerade jene Frauen in Haft, deren Lebensumstände vor der Inhaftierung durch Missbrauchserfahrungen, Gewalterfahrungen und Drogenabhängigkeit gekennzeichnet sind. In diesem Zusammenhang weisen wissenschaftliche Studien wiederholt auf den Mangel an evidenzbasierten Informationen hin, wenn es um die spezifische Situation und differente Problemlage von weiblichen Gefangenen geht. (vgl. Kolte & Schmidt-Semisch 2006) So seien die spezifischen Aspekte, Anforderungen und Fragen des Frauenstrafvollzugs bisher nicht ausreichend in Gesellschaft, Politik und Öffentlichkeit präsent.

Internationaler Frauentag am 8. März

Anlässlich des Internationalen Frauentags hat die Blickpunkte-Redaktion einige spannende Artikel, Reportagen und Hintergrundinformationen zum Frauen(all-)tag hinter Gittern zusammengestellt.

Zitat aus der Reportage von Edith Priesching: "Vor einer Woche ist er ein Jahr alt geworden." Der Kleine läuft bereits aufgeweckt herum, mitunter auch in das Büro der Abteilungskommandantin.

Ein Kind zu bekommen und es aufzuziehen ist für jede Frau eine Herausforderung. Was bedeutet das für Mütter, die in Haft gehen? Dieser Frage ging Edith Priesching in ihrer Reportage aus dem Frauengefängnis Schwarzau in Niederösterreich nach: „Mutter sein im Gefängnis“.

Titel des Artikels von Anna Karrer "Gefängnisse werden nicht für Frauen gebaut, und das ist ein Problem"

Warum Frauengefängnisse nicht nach den Bedürfnissen von Männern gebaut werden sollten, erklärt Anna Karrer in ihrem Artikel über die Planung und Gestaltung dieser Gebäude: „Gefängnisse werden nicht für Frauen gebaut und das ist ein Problem“.

Interview Christine Hubka mit ihrem Werk
© Markus Drechsler

Eine andere Perspektive beleuchte Justina Kaiser in ihrem Interview mit Christine Hubka, einer evangelischen Gefängnisseelsorgerin: „Aus dem Alltag einer evangelischen Gefängnisseelsorgerin“.

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