Der Verein AÖF stellt eine weitere Bewusstseinskampagne zur Beendigung der Gewalt an Frauen und Mädchen vor.

Das Ausmaß der Gewalt an Frauen und Mädchen in Österreich ist alarmierend hoch. Die Morde an Frauen sind EU-weit am höchsten. Eine Ursache dafür ist das noch immer tief verankerte Denken von patriarchaler Männlichkeit. Männer mit tiefsitzenden patriarchalen Denkmustern und somit frauenverachtenden Einstellungen neigen dazu, Gewalt an Frauen und Kindern anzuwenden – unabhängig von Nationalität, Herkunft oder Hautfarbe.

Aber auch Gesetze, Behörden und Regierungen, die Gewalt verharmlosen, Opfern die Verantwortung zuschieben und sie nicht ernst nehmen, verstärken und zementieren diese patriarchalen Strukturen. Österreich hat die Istanbul-Konvention ratifiziert und sich damit verpflichtet, Gewalt an Frauen auf allen Ebenen zu reduzieren. Umsetzung von Bewusstseinskampagnen sind Teil der Verpflichtungen für die Verbesserung des Opferschutzes.

Der Verein AÖF setzt sich seit Jahrzehnten für Gewaltprävention und Bewusstseinsänderung ein und präsentiert im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Männerberatungsstellen einen Videofilm, in dem Männer aufrufen und aufgerufen werden, Verantwortung für ihre Gefühle und für ihr Verhalten zu übernehmen.

Warum kommt es immer wieder zu Gewalt an Frauen und Mädchen?

Bei Gewaltausübung von Männern handelt es halotestin sich oft um ein erlerntes Muster, um ein anerzogenes und sozialisiertes Verhalten, das bereits in der frühen Kindheit verankert ist. Gewaltausübende Männer haben meist schon in der Kindheit Gewalt an der Mutter mitansehen müssen, haben den Frauenhass des Vaters miterlebt und begonnen, sich mit dem Vater zu identifizieren.

Diese Männer haben nicht gelernt, Konflikte, Probleme oder Streit gewaltfrei zu lösen. Sie haben nicht gelernt, mit ihren Gefühlen gut umzugehen bzw. diese zu zeigen.

Sie sind daher oft nicht in der Lage, Bedürfnisse, Wünsche und Probleme mit jemandem zu besprechen. Schon gar nicht mit der eigenen Freundin oder Partnerin. Sie machen sich alles mit sich selbst aus, schlucken alle persönlichen Verletzungen und Kränkungen hinunter, sie können und wollen keine Fehler zugeben. Darüber hinaus haben diese Männer meist kein Schuldbewusstsein bzw. keine Schuldeinsicht sowie starkes Besitzdenken und Eifersuchtsempfinden.

Sie geben die Verantwortung an die Frau und an die Kinder ab. Für diese Männer gibt es oft nur Ja oder Nein, jede Gegenmeinung wird als Provokation empfunden.

All dies macht eine Ehe oder Partnerschaft für Frauen oft zu einer gefährlichen Lebensform.

Täterstrategien

Für gewalttätige Männer spielen Macht und Kontrolle eine zentrale Rolle. Wenn sich Frauen von ihren gewalttätigen Partnern trennen oder scheiden lassen wollen, wenn sie Anzeige erstatten, oder die Polizei rufen, dann kommt es zu den gefährlichsten Situationen.

Täter kommen mit Machtverlust und Kontrollverlust nicht zurecht und überlegen, wie sie das Leben ihrer (Ex-)Partnerin zerstören können. Es handelt sich meist um Wiederholungstäter, die erst dann zu stoppen sind, wenn sie Konsequenzen und Sanktionen erfahren. Gewalttäter sind nicht krank oder schwach, auch dann nicht, wenn sie selbst in der Kindheit Gewalt erlebt haben.

Jeder Mensch, jeder Mann hat jedoch die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und zerstörerisches und gewaltbereites Verhalten zu verändern. Gewalttäter wenden oft ganz bewusst Strategien und Tricks an, um von ihrem gewalttätigen Verhalten abzulenken, die Betroffenen zu beeinflussen und ihre eigenen Taten zu verschleiern oder zu rechtfertigen. Sie neigen dazu, ihre Umgebung zu manipulieren.

Daher fordert die Initiative Männer auf, für ihr negatives Verhalten Verantwortung zu übernehmen.

Weitere Informationen zum Thema

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) führt Statistiken zum Thema „Gewalt an Frauen in Österreich“ und stellt diese als informatives Factsheet zur Verfügung.

Kommentar verfassen